Es ist Sommer. Es ist heiß. Und etwas braut sich zusammen.
Kreisförmig zieht es einen hinein in den Strudel dieser Geschichte, und selbst wenn man sich vornimmt, nach dem nächsten Kapitel aufzuhören, liest man weiter.
Dieses Werk entfaltet viele Ebenen: Da sind die Figuren mit ihren je eigenen Lebensgeschichten – mal harmlos, mal brutal –, da ist die Behaglichkeit der Sechzigerjahre, unter deren Oberfläche die Gespenster der Vergangenheit lauern. Da finden sich Zeitgeschichte und das heikle Thema der Zusammenarbeit zwischen den USA und nationalsozialistischen Wissenschaftlern – von der Autorin mutig ausgebreitet und mit großem Sachverstand recherchiert.
Das Buch ist zugleich ein Panoptikum einer fränkischen Kleinstadt – mit ihrem Friseursalon Israel, dem Café Hoff, der Buchhandlung der Charlotte Erl, dem Lehrer Henneberg, dem Museumsleiter, dem italienischen Eisverkäufer und all dem bunten Leben der Wirtschaftswunderjahre. Wer zur Boomer-Generation gehört, fühlt sich sofort in die eigene Kindheit zurückversetzt.
Es ist Sommer. Es ist heiß. Man genießt das Leben. Doch unter der Oberfläche schwelt eine Geschichte, die einen nicht loslässt.
Die Figur, die mich am meisten berührt hat, ist Sacherli Reinhardt – der Sinto mit KZ-Vergangenheit. Mehr sei hier nicht verraten, nur so viel: Man möchte seine Geschichte weitererzählen.
Stattdessen möchte ich das Buch von Herzen empfehlen – es ist filmreif!
Das Cover ist kongenial: Es zeigt die Hitze des Hochsommers in vermutlich fränkischer Landschaft. Im blauen Dunst braut sich etwas zusammen – besser, man sucht bald einen Unterstand.
Ein großartiges Debüt von Susanne Schulz!





















